Interne Links, die aufräumen statt zuzumüllen
27.09.2022 · 07:48 · Oliver Misch · Kommentieren
Interne Verlinkung wird oft wie eine Checkliste behandelt: ein paar Links rein, fertig. Das Ergebnis sieht man dann schnell. Überall „Mehr dazu“, zehn Links pro Absatz, und am Ende weiß niemand mehr, was eigentlich wichtig ist. Nutzer klicken nicht, Suchmaschinen sehen eine Wiese aus gleichwertigen Pfaden, und die Seite fühlt sich an wie ein Schrank, in den man einfach alles reingeworfen hat.
Gute interne Links machen das Gegenteil. Sie räumen auf. Sie zeigen Zusammenhänge, sie führen sinnvoll weiter, und sie sorgen dafür, dass ein Projekt nicht aus einzelnen Inseln besteht. Wenn interne Links gut gesetzt sind, merkt man es oft gar nicht bewusst, weil es sich einfach logisch anfühlt.
Erst Struktur, dann Links
Der größte Fehler ist, Links zu setzen, bevor man die Struktur verstanden hat. Wenn du nicht weißt, welche Seiten „Hub-Seiten“ sind und welche Seiten eher Details erklären, wird alles gleich wichtig. Und wenn alles gleich wichtig ist, ist nichts wichtig.
Ein einfacher Ansatz ist: Für jedes größere Thema gibt es eine zentrale Seite, die den Rahmen setzt. Unterseiten behandeln einzelne Aspekte und verlinken zurück zum Hub. Der Hub verlinkt wiederum gezielt zu den wichtigsten Unterseiten. So entsteht eine klare Hierarchie, die mitwachsen kann.
Linktexte: beschreiben statt schieben
Der Linktext ist nicht Deko. Er ist Kontext. „Hier klicken“ oder „mehr“ sagt nichts aus. Ein guter Linktext beschreibt, was auf der Zielseite passiert. Kurz, konkret, ohne Drama. Wenn du den Linktext aus dem Satz lösen kannst und er trotzdem Sinn ergibt, bist du meistens nah dran.
Wichtig ist auch Wiederholung vermeiden. Zwei identische Links im selben Dokument bringen nichts. Und zehn Links mit demselben Linktext auf unterschiedliche Zielseiten bringen noch weniger, weil du damit den Kontext verwässerst. Besser ein sauberer Link an der richtigen Stelle als fünf, die nach Pflicht aussehen.
Links als Navigation im Text, nicht als Fußnoten-Sammlung
Interne Links funktionieren am besten dort, wo ein echter Gedanke endet und der nächste Schritt logisch ist. Wenn du mitten im Satz fünf Dinge verlinkst, ist das für Nutzer eher Stress. Es fühlt sich an wie Werbung, selbst wenn es keine ist.
Gute Stellen sind zum Beispiel: Nach einer kurzen Erklärung, wenn du sagst „hier gehen wir tiefer rein“. Oder nach einer Aufzählung, wenn der Leser vermutlich einen Punkt genauer verstehen will. Links sollten sich so anfühlen, als würdest du einem Kollegen beim Kaffee sagen: „Wenn du da tiefer willst, schau dir das mal an.“
Mit wenigen Regeln wird es sofort besser
- Pro Abschnitt maximal ein Link, wenn es nicht wirklich nötig ist
- Keine doppelten Links im gleichen Dokument
- Linktexte so schreiben, dass man das Ziel versteht
- Hub-Seiten klar definieren und stärken
- Neue Seiten immer aus mindestens zwei Stellen intern anbinden
Wie interne Links beim Aufräumen helfen
Interne Links sind auch ein Werkzeug gegen Content-Wildwuchs. Wenn du merkst, dass du beim Verlinken ständig stolperst, ist das ein Signal. Entweder fehlen Seiten, die als sauberer Einstieg dienen, oder du hast zu viele Seiten, die das Gleiche sagen. Beides lässt sich über die Linkstruktur sichtbar machen.
Ein guter Moment für Aufräumen ist, wenn du neue Inhalte veröffentlichst. Dann geh kurz über ältere Seiten und verlinke sinnvoll zurück. Nicht als massenhaftes „Interne Links Update“, sondern als kleine Pflege. So bleibt dein Projekt verbunden, statt nur größer zu werden.
Wenn interne Links aufräumen sollen, müssen sie sich wie eine Struktur anfühlen. Nicht wie ein Trick. Wenn du das hinbekommst, wird dein Inhalt nicht nur besser gefunden, er wird auch besser genutzt. Und genau das ist am Ende der wichtigste Effekt.