KI-Tools: weniger Magie, mehr Nutzen im Alltag
KI ist längst nicht mehr nur „Text schreiben lassen“. Wer heute Content, Code oder Medien produziert, hat plötzlich Werkzeuge, die Bilder entwerfen, Videos schneiden, Stimmen generieren, Musik bauen, Meetings zusammenfassen oder komplette Workflows automatisieren. Das kann brutal helfen. Es kann aber auch Chaos erzeugen, wenn du ohne Regeln arbeitest.
Diese Seite ist ein Überblick über gängige KI-Tools und Tool-Kategorien. Nicht als Hype-Liste, sondern als Orientierung: Was kann welches Tool gut, wo liegen typische Grenzen, und wie kann man den Workflow maxximieren, ohne sich in Abos und Features zu verlieren. Preise sind grobe Richtwerte, weil sich Tarife und Limits regelmäßig ändern.
Wenn du nur ein Tool testen willst: https://chatgpt.com
1) KI für Text, Recherche und Redaktion
Text-KI ist der Einstieg, weil sie direkt in bestehende Abläufe passt: Ideen skizzieren, Texte glätten, Zusammenfassungen erstellen, Struktur bauen, FAQs formulieren oder Tonalität vereinheitlichen. Der Trick ist nicht „mehr Output“, sondern weniger Reibung. Gute Text-KI spart dir die ersten 60 Prozent: Rohfassung, Outline, Varianten. Die letzten 40 Prozent bleiben trotzdem Handwerk: Kürzen, schärfen, prüfen, finalisieren.
- ChatGPT (OpenAI): stark bei Allround-Text, Struktur, Ideen, technischem Schreiben, viele Workflows. Grob: free bis ca. 20–200 USD/Monat je nach Plan.
- Claude (Anthropic): oft sehr gut bei langen Texten, Zusammenhängen, ruhigem Stil. Grob: free bis ca. 17–20 USD/Monat für Pro, Team höher.
- Gemini (Google): stark bei Integration in Google-Ökosystem, Recherche-Workflows, teils multimodal. Grob: free bis ca. 20 USD/Monat, höhere Pakete deutlich teurer.
- Perplexity: Such- und Antwortmaschine mit Quellenfokus. Grob: free bis ca. 20 USD/Monat.
- Microsoft Copilot: je nach Umfeld (Web/Windows/365) praktisch, besonders wenn du ohnehin in Microsoft arbeitest.
- Notion AI: gut, wenn dein Content und deine Doku sowieso in Notion lebt.
- Jasper, Writesonic, Copy.ai: eher marketinglastig, sinnvoll wenn du Templates, Team-Workflows und Kampagnen brauchst.
KI Text erkennen
Es gibt Situationen, in denen du prüfen willst, ob ein Text nach KI klingt oder ob typische Muster auffallen. Dafür kannst du dieses Tool nutzen: https://www.txt-files.de/tools/ki-text-erkennen.html. Gerade bei redaktionellen Projekten kann so ein Check helfen, um zu glatte Passagen zu entschärfen und die Sprache wieder natürlicher zu machen.
2) KI für Code, Debugging und „kleine Automatisierung“
In der Praxis sind Code-Tools oft die größten Zeit-Sparer, weil sie direkt ins Tagesgeschäft greifen: Boilerplate, Refactor, Regex, Tests, kleine Scripts, Dokumentation, Fehlersuche. Wichtig: Nicht blind übernehmen. Gute Developer nutzen KI wie einen schnellen Sparringspartner, aber prüfen immer selbst.
- GitHub Copilot: sehr verbreitet im Editor, gut für Autocomplete, Patterns, Tests. Preis meist im Bereich ca. 10–20 USD/Monat pro User (je nach Plan).
- Cursor: Editor mit KI-Fokus, praktisch für Refactor und „Work on folder“-Workflows.
- JetBrains AI: sinnvoll, wenn du ohnehin JetBrains nutzt, besonders in größeren Codebases.
- Sourcegraph Cody: gut bei Navigation in großen Repos.
- Tabnine: Autocomplete-Ansatz, teils interessant für Teams mit Policies.
- Replit AI / Ghostwriter: gut fürs schnelle Prototyping und kleinere Projekte.
Gute Regeln für Code-KI: keine Geheimnisse in Prompts, klare Anforderungen, kleine Schritte, Tests direkt mitliefern lassen und Code Reviews als Routine. Wenn du das ernst nimmst, ist KI nicht „Abkürzung“, sondern Qualitätshebel.
3) KI für Bilder, Design und Layout
Bild-KI ist inzwischen breit einsetzbar: Bloggrafiken, Hero-Images, Illustrationen, Icon-Varianten, Moodboards, Texturen, Hintergründe, Social Visuals. Für echte Markenarbeit gilt trotzdem: Stil-Konsistenz ist wichtiger als die einzelne gute Idee. Wenn du 30 unterschiedliche Stile auf einer Website hast, wirkt das sofort billig.
- Midjourney: sehr stark bei ästhetischen Bildern, Stilen, Illustrationen. Grob: ca. 10–120 USD/Monat je nach Plan.
- DALL·E / OpenAI Image Tools: gut für schnelle, saubere Motive, häufig praktisch in Workflows integriert.
- Stable Diffusion (lokal oder über Dienste): extrem flexibel, gut für Kontrolle, Style-LoRA, eigene Workflows. Kosten: von „nur Hardware“ bis zu Kredit-Systemen je nach Plattform.
- Adobe Firefly: interessant, wenn du in Adobe arbeitest, oft sauber bei „Commercial Feel“ und Integration.
- Canva (Magic Media): gut für Social-Layouts, schnelle Assets, Team-Prozesse.
- Ideogram: stark bei Typo/Schrift-in-Bild im Vergleich zu manchen Alternativen.
- Leonardo AI: beliebt für Game-Assets, Styles, schnelle Varianten.
Wenn du Bilder im Workflow maxximieren willst: Lege dir 2–3 feste Stilrichtungen an (Farben, Kontrast, Look), speichere Prompt-Bausteine und arbeite mit festen Bildgrößen. Dann kannst du Visuals produzieren, die zusammengehören, statt nach Zufall.
4) KI für Video: Generieren, Schneiden, B-Roll und Animation
Video ist das Feld, in dem KI die Workflows am stärksten beschleunigen kann, weil klassische Produktion viel Zeit frisst: Schnitt, Varianten, Untertitel, B-Roll, Sound, Voice. KI kann dir hier in zwei Welten helfen: Entweder du generierst komplett neue Clips, oder du optimierst vorhandenes Material (Cut, Cleanup, Captions).
- Runway: sehr verbreitet für Gen-Video, Editing, Effekte, Background Removal. Grob: ab ca. 12 USD/Monat, höhere Pläne deutlich teurer.
- Pika: stark für kreative Videoeffekte, Templates, schnelle Clips. Grob: credit-basiert, Pro-Pakete häufig im Bereich ca. 20–90 USD/Monat.
- Luma Dream Machine: beliebt für generatives Video, je nach Plan credit-basiert.
- Kling: bekannt für realistische Bewegungen, ebenfalls credit-basiert.
- Veo (Google) / weitere High-End Modelle: oft über Plattformen/Abos zugänglich, häufig mit Limits.
- Sora (OpenAI): je nach Verfügbarkeit/Plan, für längere oder komplexere Generierung interessant.
- CapCut: extrem praktisch für Social, Auto-Captions, Templates, schnelle Cuts.
- Descript: Editing über Text, gut für Podcasts und Videos mit viel Sprache.
- Adobe Premiere Pro (KI-Funktionen): sinnvoll, wenn du ohnehin in Premiere schneidest (Transkription, Auto-Captions, Cleanup je nach Setup).
Realistisch betrachtet gewinnt man im Video-Workflow am meisten durch Kombination: Generatives Video für B-Roll oder Übergänge, echte Aufnahmen für Vertrauen, und KI fürs Schneiden, Captioning und Varianten. Wenn du nur generierst, wirkt es schnell wie „KI-Clip“. Wenn du nur filmst, ist es oft zu langsam. Der Mix bringt Tempo und Qualität.
5) KI für Audio: Stimmen, Podcasts, Musik und Sounddesign
Audio ist der heimliche Workflow-Booster. Eine klare Stimme, saubere Lautheit, wenig Rauschen und gute Musik machen Content sofort professioneller. KI kann hier Dinge erledigen, die früher Spezialwissen oder teure Tools brauchten: Voiceover, Dubbing, Cleanup, Musikskizzen, Jingles, Soundeffekte.
- ElevenLabs: sehr stark bei Text-to-Speech, Stimmen, Dubbing. Grob: free bis Starter/Creator/Business-Pläne (je nach Bedarf).
- Suno: Musikgeneration (Song/Instrumental), gut für Ideen, Skizzen und Content-Formate. Grob: free bis ca. 10–30 USD/Monat (je nach Plan).
- Udio: Musikgeneration, ebenfalls sehr beliebt, oft als Alternative/Ergänzung.
- Adobe Podcast Enhance / ähnliche Tools: Audio-Reinigung, sehr praktisch für Sprache.
- Descript (Audio): sehr gut für Podcast-Workflow, Filler-Words, Schnitt per Text.
- PlayHT / ähnliche Voice-Plattformen: je nach Stimme/Usecase interessant.
Wenn du Audio wirklich maxximieren willst: Arbeite mit einem festen Loudness-Target, nutze ein Standard-Intro, und halte Voiceover-Skripte kurz. Der größte Fehler ist, Audio „nebenbei“ zu machen. Sauberes Audio ist der Unterschied zwischen Amateur und seriös, selbst wenn das Bild mittelmäßig ist.
6) KI für Präsentation, Office und Dokumente
Neben Medienproduktion gibt es eine zweite Welt: Büroarbeit. Zusammenfassungen, Angebote, Protokolle, Tabellen, Checklisten, Mails, Sortierung von Notizen, Struktur in Projekten. Hier hilft KI nicht mit Show, sondern mit Ordnung.
- Google Workspace KI (Docs/Sheets/Slides): gut, wenn du in Google arbeitest, besonders für Zusammenfassungen und Drafts.
- Microsoft 365 Copilot: stark in Unternehmen, wenn Outlook/Teams/Word der Alltag sind.
- Notion AI: gut für Wissensbasen, Team-Doku, Projektstruktur.
- Otter / Fireflies / ähnliche Meeting-Tools: Transkription, ToDos, Zusammenfassungen.
7) KI für Automatisierung: der unsichtbare Turbo
Wenn du Prozesse maxximieren willst, kommst du an Automatisierung kaum vorbei. KI ist hier nicht nur „Chat“, sondern Teil einer Kette: Eingabe rein, Output raus, irgendwo wird gespeichert, irgendwo wird veröffentlicht. Gerade bei wiederkehrenden Aufgaben ist das brutal effektiv, solange du sauber definierst, was passieren darf.
- Zapier: Automationen zwischen Tools, inzwischen oft mit KI-Schritten.
- Make (Integromat): visuelle Automations-Flows, flexibel.
- n8n: self-hosted Automatisierung, gut für Kontrolle.
- IFTTT: einfacher Ansatz für kleine Automationen.
Der beste Workflow ist meist: wenige Tools, klare Schnittstellen, feste Formate. Wenn du 12 Tools kombinierst, hast du zwar alles, aber auch 12 mögliche Fehlerquellen. Wenn du 3 Tools sauber kombinierst, hast du Tempo.
Wie du KI-Tools sinnvoll auswählst
Es gibt keine „beste Tool-Sammlung“. Es gibt nur das Set, das zu deinem Alltag passt. Ein paar Regeln, die sich fast immer bewähren:
- Starte mit einem Kern-Tool pro Kategorie (Text/Code, Bild, Video, Audio) und erweitere nur, wenn es einen echten Grund gibt.
- Bewerte Tools nach Ergebnisqualität und Wiederholbarkeit, nicht nach dem besten Einzelfall.
- Plane einen festen Stil: Prompt-Bausteine, Templates, feste Formate, gleiche Tonalität.
- Rechne mit Kosten pro Output, nicht pro Abo. Video ist fast immer der teuerste Bereich.
- Setze Leitplanken: was KI darf, was nicht, und wie geprüft wird.
Wer so arbeitet, bekommt die Vorteile ohne den typischen Neben-Schaden: Stilbruch, zufällige Qualität, wachsende Tool-Schulden und „wir haben jetzt 5 Abos, aber keiner weiß wofür“.
Kurzfazit
KI-Tools sind dann gut, wenn sie dir Wiederholung abnehmen und dir Raum geben für Entscheidungen. Texte werden schneller sauber, Bilder werden schneller konsistent, Video wird schneller variantenfähig, Audio wird schneller professionell. Genau so maxximierst du Workflows: nicht durch mehr Tools, sondern durch klare Routinen und saubere Standards.