Interne Verlinkung ist Struktur, nicht Deko
Interne Verlinkung wird oft als SEO-Trick betrachtet. In Wirklichkeit ist sie vor allem ein Strukturwerkzeug. Gute interne Links helfen Nutzern, sich auf einer Website zu orientieren, und helfen Suchmaschinen zu verstehen, welche Inhalte zusammengehören und welche Seiten wichtig sind. Schlechte interne Verlinkung macht Seiten unübersichtlich, egal wie gut der einzelne Inhalt ist.
Wer interne Links bewusst plant, baut keine lose Sammlung von Artikeln, sondern ein System. Genau dieses System entscheidet langfristig darüber, ob Inhalte gefunden, verstanden und weitergegeben werden.
Warum interne Verlinkung so wichtig ist
Suchmaschinen folgen Links. Interne Links sind für sie Wegweiser. Sie zeigen, welche Seiten es gibt, wie sie zusammenhängen und welche Themen zentral sind. Seiten ohne interne Links wirken isoliert und verlieren an Gewicht, selbst wenn der Inhalt gut ist.
Für Nutzer ist es ähnlich. Eine gute interne Verlinkung führt weiter, ohne zu überfordern. Sie bietet den nächsten sinnvollen Schritt: vertiefen, vergleichen oder ein Thema abschließen. Wenn Nutzer hängen bleiben oder abspringen, liegt das oft nicht am Text, sondern an fehlender Orientierung.
Struktur schlägt Menge
Viele denken, interne Verlinkung bedeutet, möglichst viele Links zu setzen. Das Gegenteil ist sinnvoll. Wenige, gut platzierte Links sind stärker als eine Liste aus zehn halb passenden Verweisen. Jeder interne Link sollte eine klare Funktion haben: Kontext geben oder vertiefen.
Besonders effektiv ist eine thematische Struktur. Eine Hauptseite setzt den Rahmen, darunter liegen Unterseiten, die einzelne Aspekte behandeln. Die Verlinkung folgt dieser Logik und nicht dem Zufallsprinzip. So entsteht eine klare Hierarchie, die für Menschen und Maschinen verständlich ist.
Gute Linktexte: konkret statt generisch
Der Linktext ist entscheidend. „Hier klicken“ oder „mehr erfahren“ sagen nichts aus. Gute Linktexte beschreiben, was den Nutzer erwartet. Sie sind kurz, eindeutig und passen in den Satz. Suchmaschinen nutzen diese Texte als Signal, worum es auf der Zielseite geht.
Wichtig ist auch Konsistenz. Wenn eine Seite mehrfach intern verlinkt wird, sollte der Linktext nicht jedes Mal völlig anders sein. Variationen sind okay, aber das Kernthema sollte erkennbar bleiben. Mehrere identische Links im selben Dokument bringen dagegen keinen Mehrwert.
dofollow und nofollow richtig einordnen
Standardmäßig sind interne Links dofollow. Das bedeutet, dass Suchmaschinen ihnen folgen und Signale weitergeben. In den meisten Fällen ist das genau richtig. nofollow wird intern selten benötigt. Es kann sinnvoll sein bei technischen Links, bei denen du bewusst keine Gewichtung weitergeben willst, etwa bei rein funktionalen Seiten.
Wichtig: nofollow ist kein Reparaturwerkzeug für schlechte Struktur. Wenn du viele Links „abschalten“ willst, ist meist die Seitenarchitektur das eigentliche Problem.
target="_blank": mit Bedacht einsetzen
Das Öffnen von Links in neuen Tabs wird kontrovers diskutiert. Für interne Links ist es in der Regel nicht sinnvoll. Nutzer verlieren Orientierung, wenn plötzlich mehrere Tabs offen sind. Interne Navigation sollte innerhalb desselben Fensters stattfinden.
target="_blank" kann bei externen Links sinnvoll sein, wenn du bewusst möchtest, dass Nutzer deine Seite nicht verlassen. Auch dann sollte es sparsam eingesetzt werden. Jede neue Entscheidung für den Nutzer kostet Aufmerksamkeit.
Interne Verlinkung und SEO im Alltag
Gute interne Verlinkung entsteht nicht einmalig, sondern wächst mit dem Projekt. Neue Inhalte sollten immer in bestehende Seiten eingebettet werden. Umgekehrt lohnt es sich, ältere Inhalte regelmäßig zu prüfen und sinnvoll auf neue Seiten zu verlinken. So bleibt das System lebendig.
Ein praktischer Ansatz ist, jede neue Seite mindestens an zwei Stellen intern zu verlinken: einmal von einer thematisch passenden Übersichtsseite und einmal aus einem bestehenden Text. So entsteht Verbindung statt Isolation.
Typische Fehler vermeiden
- zu viele Links ohne klaren Zweck
- identische Linktexte auf unterschiedliche Zielseiten
- mehrfach derselbe Link im gleichen Abschnitt
- interne Links nur im Footer, nicht im Inhalt
- no follow als Ersatz für Struktur
Fassen wir kurz zusammen:
Interne Verlinkung ist kein Trick, sondern ein Ordnungsprinzip. Wenn du Inhalte sinnvoll miteinander verbindest, profitieren Nutzer und Suchmaschinen gleichermaßen. Gute Linktexte, klare Hierarchien und bewusste Entscheidungen bei dofollow, nofollow und target blank sorgen dafür, dass eine Website nicht nur wächst, sondern zusammenhält.